Buch schreiben als Beschäftigungsalternative

Nun war es amtlich: meine Krankheit würde wohl etwas dauern. Natürlich war ich davon nicht sonderlich angetan. Ich arbeite gern und ich hasse es, wenn ich untätig zu Hause sitzen muss. Gerade wenn ich krank bin, komme ich mir dann eher nutzlos vor.

Um diesem Umstand vorzubeugen, und um die Empfehlung meiner Ärztin umsetzen, dass ich mich sinnvoll beschäftigen solle aufgrund der depressiven Episode, überlegte ich.

schreiben

Mir kam die spontane Idee, ein von mir begonnenes Buch aus dem Jahre 2002 von Grund auf zu überarbeiten. Ich hatte damals nach meiner Alkoholerkrankung ein Buch oder vielmehr eine Geschichtssammlung in Bezug auf die Auswirkungen meines Alkoholkonsums niederzuschreiben.

Vorbereitungen in Angriff nehmen

Ich machte mich also ran:

PC eingerichtet, die alten Dateien aus dem Jahr 2002 herausgekramt und durchgesehen. Oha eine Menge Arbeit, was ich damals ganz gut fand, stieß nun bei mir auf viel Kritik.

Es fing schon mit dem Coverfoto an. Das gefiel mir und meiner Frau absolut nicht. Ich hatte sie eingeweiht, dass ich mich daran machen wollte, ein Buch zu veröffentlichen. Sie unterstützte meine Idee und so beteiligte ich Sie natürlich an der Entstehung, indem ich hier und da nach Ihrem Rat fragte.

Ok ein neues Cover musste also her. Und eine vernünftige Software zum Schreiben sollte es auch noch sein. Zudem musste ich mir Gedanken machen, wie ich das Buch veröffentlichen könnte.

Als erstes kaufte ich mir DIE Bildbearbeitungssoftware schlechthin: Photoshop.

Die muss es einfach sein, wenn man professionelle Ergebnisse erzielen will. Während meiner Umschulung zum Mediengestalter habe ich ja auch schon mit der Software sehr viel gearbeitet und bin bis heute begeistert.

Meiner Meinung nach gibt es sowohl für Anfänger als auch für Profis einfach nichts Besseres.

Außerdem kaufte ich mir noch eine Word Lizenz, kommste auch nicht drum rum.

Nach den Installationen war ich nun bereit für weitere Schritte.

Wo sollte ich das Buch veröffentlichen?

Tja, das sollte nun wohl überlegt sein. Im Jahre 2002 hatte ich bereits versucht, verschiedene Verlage anzuschreiben. Ich schickte Leseproben mit, doch die Euphorie der Verlage hielt sich in Grenzen. Es kam zu keiner Veröffentlichung damals.

Da ich dies noch im Hinterkopf hatte, dachte ich mir, durchforste doch einmal das Internet. Schließlich leben wir in Zeiten von E-book und co. Es gibt diverse Anbieter, wo man sein Buch als E-book veröffentlichen kann. Das tolle daran, bei den meisten geht das kostenlos!

Wunderbar, dachte ich mir, da hat man ja nur noch die Qual der Wahl. Nach diversen Recherchestunden entschloss ich mich für einen der größten Online Anbieter überhaupt, nämlich Amazon. Die haben einfach das größte Kundenpotential und eine eigene E-book Abteilung auch noch. Dazu bieten sie auch die Veröffentlichung über einen Dienstleister als Druck Version an. Genial! Und alles ohne vorher auch nur einen Pfennig zu bezahlen. Ok, sie kriegen natürlich im Verkaufsfall ordentlich etwas von der Kohle ab. Aber hey, who cares? Ich könnte eventuell etwas Geld nebenbei machen. Und das mehr passiv als aktiv, denn wenn das Buch erst einmal online ist, dann habe ich damit ja keine Arbeit mehr. Ok, ein Besteller wird es sicherlich nicht werden, jedenfalls bei dem Thema nicht. Schließlich ist es kein vor Sinnlichkeit tropfender Liebesroman, sondern eine knallharte Geschichte eines ehemaligen Säufers mit allen Höhen und Tiefen. Und gerade von den Tiefen gab es sehr viele, und diese stelle ich im Buch schonungslos dar. Also keine leichte Kost für den Feierabend-Schmökerer.

Zudem musste ich mir überlegen, ob ich bereit war, mich so öffentlich zu machen. Natürlich gehört zu einem Buch ein ordentliches Impressum mit Name und Anschrift, um Konflikten mit dem Gesetz vorzubeugen. Dazu die Betreuung der Leserschaft über soziale Netzwerke, Blogs, etc. Heutzutage musst du mit deinen Lesern kommunizieren. Da mein Arbeitgeber aber nun bereits wusste, dass ich eine „dunkle Vergangenheit“ habe und weil ich 20 Jahre trocken bin, war es mir jetzt egal. Mehr noch, ich war bereit, mit meiner Geschichte in die Öffentlichkeit zu gehen. Außerdem sollte man ein Kleingewerbe anmelden, denn die Einnahmen aus den möglichen Verkäufen müssen natürlich versteuert werden! Und ich bin ja ein ehrlicher Bandit!

Die Entscheidung, das ich und wo ich veröffentlichen wollte, stand also fest und es konnte losgehen.

Das Einstellen zum Verkauf im Internet

So einfach wie ich es mir dachte, war die ganze Chose dann aber doch nicht. Schreiben, hochladen und nen Preis festlegen und gut… war nicht.

Die Seite bei Amazon fand ich noch recht zügig.

unbenannt-1

Doch ab da ging es erst richtig los. Natürlich hatte ich mich in diversen Foren schlau gelesen, was Formate, Bildgrößen usw anging. Photoshop bietet dir hier ja alle Möglichkeiten, schnell und unkompliziert ans Ziel zu kommen. Es ging dann aber los mit hochladen, Formulare ausfüllen, Vorschau ansehen und bearbeiten, usw. Das Schlimme war, das man jedesmal, wenn man das Buch hoch lud und alles ausgefüllt hatte, warten musste, bis es von Amazon auf Fehler überprüft wurde. Die Prozedur zog sich dadurch über Tage hin. Zudem korrigierte ich immer wieder Fehler, die ich bei der Vorschau sah. Und wieder hochladen und warten. Es begann zu nerven, doch schlussendlich hat es geklappt. Nach Wochen intensiver Arbeit am PC sah ich mein Werk endlich bei Amazon als E-book.

Oh man, war das Klasse! Endlich geschafft!

Das Buch in Druckform

Natürlich wollte ich nun auch mein eigenes Exemplar in Druckform haben.

Amazon bietet über seinen Partner „Ceate Space“ eine Druckversion on demand an. Das heißt im Klartext: auch hier brauchst du nichts im Vorwege zu bezahlen. Natürlich behält auch hier der Anbieter einen Teil des Erlöses für sich. Übrigens, die Konditionen sind sowohl bei Amazon E-book als auch bei Create Space transparent und übersichtlich. Es gibt verschiedene Verkaufsmodelle mit unterschiedlichen prozentualen Tantiemen. Da muss sich jeder selber Gedanken machen und das richtige Modell heraussuchen. Letztendlich aber eine wie ich finde sehr gute Alternative zur Verlagssuche auf die gute altmodische Art!

zurück zum Blog…

zurück zur Startseite

Blogverzeichnis - Bloggerei.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.